Die Digitalisierung der Niederspannungsnetze nimmt Fahrt auf – und genau jetzt beginnt bei der VOLTARIS GmbH ein entscheidender Projektabschnitt: Die ersten Steuerboxen werden im Prüflabor umfangreich getestet. VOLTARIS entwickelt Lösungen rund um das CLS-Management, um die Netz- und Messstellenbetreiber dabei zu unterstützen, ihre Netze effizient zu steuern, Netzengpässe zu vermeiden und die Netzstabilität zu sichern. Als Steuerbox-Administrator übernimmt VOLTARIS künftig die Verwaltung, Konfiguration und den zertifizierten Betrieb der Steuerboxen.

VOLTARIS GmbH - CLS Managment

CLS-Management im Fokus
Mit den Vorgaben des §14a EnWG zur Anbindung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen (Controllable Local Systems – CLS) erweitern sich die Aufgaben der Netz- und Messstellenbetreiber. Sie nehmen die Marktrolle des aktiven externen Marktteilnehmers (aEMT) ein. Voraussetzung dafür ist die Erweiterung der IT-Systemlandschaft um ein aEMT bzw. CLS-Management-System, das an das Gateway-Administrations-System anzubinden ist. VOLTARIS hat die eigene Systemlandschaft bereits um ein aEMT-/CLS-Management-System erweitert und bietet den Stadtwerke-Partnern die volle Funktionalität des aEMT an, so dass sie keine eigene Zertifizierung für die Teilnahme an der Smart-Meter PKI benötigen.


Praxisprojekt bei großem Netzbetreiber
Das aktuelle CLS-Projekt umfasst den Aufbau eines aEMT-Systems mit zehn Steuerboxen in der Produktivumgebung für einen großen Netzbetreiber-Kunden und fünf weiteren in der Testumgebung. Das System ist so konzipiert, dass nahtlos Smart Meter Gateways integriert werden können, die Messdaten nach TAF 7 (Zählerstandsgangmessung) und TAF 10 (Netzzustandsdaten) bereitstellen. „Es geht bald los, und das in ganz großem Stil“ ist sich Marcel Christmann, Referent Smart Metering bei VOLTARIS, sicher. Der nächste Schritt im Projekt ist die Anbindung der Steuerboxen an die Test-PKI, um die sichere Kommunikation zwischen Steuerboxen und Messsystemen zu gewährleisten.

 

VOLTARIS-Prüflabor: Testen und Inbetriebnahme
Im Prüflabor wird jede Steuerbox zunächst manuell aufgeschaltet, um die Inbetriebnahme zu testen. „Mit herstellereigenen Tools greifen wir auf die Testgeräte zu und prüfen die Funktionalität der Steuerungen. Die Kommunikation erfolgt über eine IPv6-Adresse per Ethernet, was eine moderne und zukunftssichere Vernetzung ermöglicht“, beschreibt Christmann das Vorgehen.

 

Vom Labor ins Feld
Am 10. Dezember nimmt VOLTARIS bei einem Letztverbraucher live die erste Steuerbox in der Produktivumgebung in Betrieb – ein wichtiger Meilenstein für das Projekt. Bereits Anfang Dezember wurden von einem weiteren Netzbetreiber-Kunden mit VOLTARIS-Unterstützung intelligente Messsysteme mit Steuerbox im Smart Grids Laber der Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) in Betrieb genommen.

Umsetzung in der VOLTARIS Anwendergemeinschaft Messsystem
Mit den CLS-Services profitieren die Stadtwerke-Partner der Anwendergemeinschaft, der mittlerweile mehr als 50 EVU und Netzbetreiber angehören, von sicheren, standardisierten und effizienten Steuerungsmöglichkeiten im Niederspannungsnetz. VOLTARIS begleitet die Kunden während des gesamten Smart Meter Rollouts. Insgesamt betreut VOLTARIS rund 1,5 Millionen Zählpunkte im intelligenten Messstellenbetrieb sowie künftig 300.000 intelligente Messsysteme als Full Service-Dienstleistung.

VOLTARIS GmbH - Zählerdienstleistungen

Die Verantwortung für die sichere Auslieferung der Smart Meter Gateways (SMGW) ab Übernahme vom Hersteller ist auf die Messstellenbetreiber (MSB) übertragen worden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat einen Anforderungskatalog erstellt, um die Integrität und Authentizität der SMGW während der gesamten Liefer- und Montageprozesse zu gewährleisten. Die MSB müssen diese Anforderungen nun in ein individuelles Sicherheitskonzept überführen, um die Prozesse regelkonform umzusetzen. Die VOLTARIS GmbH hat ein BSI-konformes Sicherheitskonzept ausgearbeitet und im eigenen Haus bereits erfolgreich umgesetzt. Nun ist es auch den in der Anwendergemeinschaft (AWG) organisierten Stadtwerke-Partnern zur Verfügung gestellt worden – als Blaupause für die Gestaltung ihrer eigenen MSB-Lieferkette.

Das VOLTARIS Montage-Team und die für VOLTARIS tätigen Dienstleister sind bereits nach dem neuen Konzept geschult worden – inklusive Abschlusstest auf der VOLTARIS E-Learning-Plattform, mit dem das Wissen spielerisch gefestigt wird. Nun ist das Konzept auch den AWG-Mitgliedern zur Verfügung gestellt worden. Sie erhalten damit einen umfassenden Leitfaden für die prozessverantwortlichen Personen, um damit im eigenen Stadtwerk eine effiziente, transparente und regelkonforme Lieferkette umzusetzen.

VOLTARIS GmbH - Alexander Monzel„Mit unserem neuen Sicherheitskonzept erfüllen wir die BSI-Vorgaben zur sicheren Auslieferung und Installation der intelligenten Messsysteme“, erklärt Alexander Monzel, stellvertretender Bereichsleiter Zählerdienstleistungen bei VOLTARIS. „Es basiert auf den Vorgaben des BSI-Anforderungskatalogs und bietet eine flexible Grundlage, die regelmäßig an aktuelle Bedrohungen und technologische Entwicklungen angepasst werden kann.“

Das Konzept umfasst klare Vorgaben für die Schulung prozessverantwortlicher Personen, die im Rahmen der MSB-Lieferkette – vorrangig im Lager und Logistikbereich – tätig sind. Ziel ist es, Mitarbeitende in der Durchführung von Gehäusesichtprüfungen, Manipulationserkennung sowie im Erkennen von Sicherheitsereignissen und -vorfällen zu schulen. Die Schulungen können je nach Bedarf online oder in Präsenz erfolgen und werden zentral dokumentiert.

 

Maßnahmen in Lagerung, Transport und Montage
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der kontinuierlichen Aktualisierung und Bereitstellung relevanter Informationen, um die Mitarbeitenden stets auf dem neuesten Stand zu halten. Dazu gehören Meldewege, zentrale Ansprechpartner sowie die zentrale Meldestelle für Sicherheitsvorfälle. Die Sensibilisierung für potenzielle Gefährdungen und die Bedeutung der Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen sind integraler Bestandteil der täglichen Arbeit. Das Sicherheitskonzept definiert zudem die Verantwortlichkeiten innerhalb der MSB-Lieferkette neu: Während die Verantwortung des Gateway-Herstellers nach der Warenannahme endet, übernimmt VOLTARIS die vollständige Verantwortung für die sichere Auslieferung und Montage der SMGW. Bei Eigentumsübertragungen auf Kunden der VOLTARIS geht die Verantwortung entsprechend auf diese über.

„Unser Ziel ist es, die Massengeschäftstauglichkeit und Sicherheit der MSB-Lieferkette zu gewährleisten“, so Alexander Monzel. „Durch gezielte Maßnahmen in Lagerung, Transport und Montage stellen wir sicher, dass die Hardware und Software gegen Manipulation geschützt sind und die Authentizität der Geräte jederzeit gewährleistet bleibt.“

Das Sicherheitskonzept umfasst konkrete Prozessschritte, wie die physische Zugangskontrolle, Sichtprüfungen während der Montage sowie die Rückmeldung an die zentrale Steuerung. Bei Abweichungen oder Sicherheitsvorfällen sind klare Reaktionsmechanismen vorgesehen, um schnell und effektiv reagieren zu können.

AWG Messsystem: Den Rollout gemeinsam umsetzen
VOLTARIS unterstreicht mit dem innovativen Sicherheitskonzept seinen Expertenstatus im intelligenten Messwesen. In der VOLTARIS AWG arbeiten mittlerweile rund 50 Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber bei der Gestaltung des intelligenten Messstellenbetriebs zusammen. Als Mitglied der starken Gemeinschaft profitieren die Teilnehmenden vom stetigen Austausch und von praxisnahen Anwendungshilfen wie Video-Tutorials und Prozess-Handbüchern. In den regelmäßigen Workshops werden regulatorische Vorgaben, Systeme und Prozesse beleuchtet. Darüber hinaus geben externe Referenten aus namhaften Consulting-Unternehmen wertvolle Impulse von außen. Der Einstieg in die AWG ist für Stadtwerke jederzeit möglich.

Die VOLTARIS Anwendergemeinschaft Messsystem ist beim Hochlauf des Smart Meter Rollouts auf einem guten Weg: Die Prozesse laufen stabil, die ERP-Systeme der rund 50 Stadtwerke-Partner sind an das GWA-/MDM-System der VOLTARIS angebunden. In den kommenden Monaten wird neben dem Erreichen der 20 %-Einbauquote auch das Schalten und Steuern in den Fokus der Entwicklungen rücken.

In Zusammenarbeit mit dem langjährigen Consulting-Partner HORIZONTE-Group bietet VOLTARIS exklusiv für die Anwendergemeinschaft eine Workshop-Reihe an, die sich mit diesen Themen auseinandersetzt. Der erste Workshop „Schalten, Steuern und CLS“ findet Anfang Juli in Kaiserslautern statt.

Regulatorik, Marktentwicklungen und Intensivworkshops

Während der Veranstaltung informiert VOLTARIS über den aktuellen Stand der Umsetzung und zukünftige Angebote. Im zweiten Teil wird Dr. Roland Olbrich, HORIZONTE Group, einen Überblick über die gesetzlichen Grundlagen (§14a EnWG, §9 EEG, MsbG) sowie die aktuellen Marktentwicklungen geben. Darüber hinaus wird er Handlungsfelder für die Stadtwerke und Priorisierungsvorschläge für die kommenden Monate aufzeigen. Die kommenden Workshop-Termine sind als Individual-Intensivworkshops für Kleingruppen konzipiert. „Durch das Clustern von Anwendergruppen können wir mit den Rollout-Verantwortlichen unserer Kunden intensiv in spezifische Themen einsteigen. So beleuchten wir im Deep-Dive beispielsweise Systeme und Schnittstellen in der jeweiligen IT-Ziellandschaft und erarbeiten den Datenbedarf und die Dateninhalte der wesentlichen Schnittstellen“, erklärt Dr.-Ing. Stephan Röhrenbeck, Leiter MSB-Management bei VOLTARIS, das Workshop-Konzept. Eine Themenvorschau der weiteren Workshops umfasst die Kernprozesse des Schaltens und Steuerns sowie eine Übersicht der erforderlichen Geräte und Anforderungen an deren Montage.

 Starkes Netzwerk für den Smart Meter Rollout

VOLTARIS begleitet die Stadtwerke-Partner während des gesamten Smart Meter Rollouts. In der VOLTARIS Anwendergemeinschaft Messsystem arbeiten mittlerweile rund 50 Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber bei der Gestaltung des intelligenten Messstellenbetriebs zusammen. Insgesamt betreut VOLTARIS hier rund 1,5 Millionen Zählpunkte im intelligenten Messstellenbetrieb sowie künftig 300.000 intelligente Messsysteme als Full Service-Dienstleistung. Ein Einstieg in die Anwendergemeinschaft ist jederzeit möglich. Das einfache Onboarding neuer Mitglieder erfolgt nach einem standardisierten Projekt- und Prozessvorgehen.