VOLTARIS - intelligenter Messstellenbetrieb und Smart Meter Gateway-Administration

VOLTARIS erforscht die Netzsteuerung über intelligente Messsysteme

DESIGNETZ ist Teil des BMWi-Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG) und ist das technisch bislang umfassendste Demonstrationsprojekt zur Integration erneuerbarer Energien in das Versorgungssystem. Es wird dargestellt, wie intelligente Netze mit einer Einspeisung von zeitweise 100% erneuerbarer Energien eine sichere und effiziente Energieversorgung gewährleisten und welche Konzepte und Technologien hierfür eingesetzt werden können.

Dabei fasst DESIGNETZ viele Einzellösungen zu einem Gesamtsystem zusammen und das über die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland hinweg. Als Ergebnis des Projekts werden neue Geschäftsmodelle und Musterlösungen für das Massengeschäft erarbeitet, bei denen das Zusammenwirken von Netz und Markt eine entscheidende Rolle spielt. Am Konsortium Designetz sind unter Federführung von RWE Partner aus Stadtwerken, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung beteiligt.

Im Projekt übernimmt VOLTARIS die Gateway-Administration und ist u.a. in zwei Teilvorhaben eingebunden:

Die Forschungsergebnisse fließen in die Umsetzung der Kundenprojekte im Zuge des Smart Meter Rollouts ein, zum Beispiel das Steuern über das iMSys beim Einsatz von Flexibilitäten und der Einbindung von EEG-Anlagen.

 

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VSE-Filmreihe zu DESIGNETZ 

BMWi und BSI veröffentlichen positive Marktanalyse

Für die grundzuständigen Messstellenbetreiber beginnt der Pflicht-Rollout intelligenter Messsysteme mit dem 24.02.2020.
Nun ist es amtlich: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat auf Basis einer Marktanalyse nach § 30 MsbG die “Möglichkeit zum Einbau intelligenter Messsysteme” festgestellt und die sofortige Vollziehung angeordnet. Die Markterklärung des BSI wurde am 31.01.2020 veröffentlicht, die Ergänzung dazu (Version 1.1.1 vom 03.02.2020) am 11.02.2020.

Für die grundzuständigen Messstellenbetreiber beginnt der Pflicht-Rollout intelligenter Messsysteme mit dem 24.02.2020.

Mit der Markterklärung wird festgestellt, dass “drei voneinander unabhängige Unternehmen intelligente Messsysteme am Markt anbieten, die den Voraussetzungen des § 24 Abs. 1 des MsbG genügen und damit die technische Möglichkeit zum Einbau von intelligenten Messsystemen besteht, soweit Messstellen bei Letztverbrauchern an Zählpunkten in der Niederspannung mit einem Jahresstromverbrauch von höchstens 100.000 kWh ausgestattet werden sollen und bei diesen Messstellen keine registrierende Lastgangmessung erfolgt und” – dies wird in der Ergänzung vom 11.02.2020 ergänzt – “keine Vereinbarung nach § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) 2 besteht”.

Folgende Voraussetzungen zur Feststellung der technischen Möglichkeit zum iMSys-Einbau sind erfüllt:

  • Letztverbraucher zwischen 6.000 bis 100.000 kWh Jahresverbrauch
  • Letztverbraucher bis einschließlich 6.000 kWh optional – Installation eines iMSys muss geduldet werden

Der grundzuständige Messstellenbetreiber muss 10% innerhalb von 3 Jahren sowie 100% innerhalb von 8 Jahren in den nach der vorliegenden Marktanalyse für die Freigabe empfohlenen Einbaugruppen nach Feststellung der technischen Möglichkeit mit iMSys ausstatten.

Folgende Voraussetzungen zur Feststellung der technischen Möglichkeit zum iMSys-Einbau sind nicht erfüllt:

  • Letztverbraucher über 100.000 kWh Jahresverbrauch und RLM-Messungen
  • Steuerbare Verbrauchseinrichtungen in der Niederspannung
  • EEG- und KWKG-Anlagen

Die Aktualisierung der Marktanalyse erfolgt unmittelbar nach Anpassung des Rechtsrahmens, jedoch spätestens zum 30.10.2020.

Smart Meter Rollout und Gateway-Administration

Projektworskhops im Februar zu Prozessen, Sicherer Lieferkette und Komponenten des intelligenten Messsystems

Endlich ist es soweit! Am 19. Dezember 2019 hat das dritte Gateway (EMH Metering) die Zertifizierung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhalten.

Nachdem im Vorfeld die Geräte der Hersteller PPC und Sagemcom Dr. Neuhaus zertifiziert worden sind, haben nun Gateways von drei unterschiedlichen Herstellern die BSI-Zertifizierung erhalten. Damit ist eine zentrale Anforderung aus dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) erfüllt und der flächendeckende Rollout intelligenter Messsysteme kann beginnen.

Für die grundzuständigen Messstellenbetreiber startet der Pflicht-Rollout jedoch erst nach der Markterklärung, in der das BSI nach § 30 MsbG auf Basis einer Marktanalyse die Feststellung der technischen Möglichkeit erklärt. Wir erwarten diese Ende Januar 2020.

VOLTARIS startet im Januar gemeinsam mit den Stadtwerke-Partnern den Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme. Ziel ist es, die gemeinsame Felderfahrung zu nutzen, um Gateway-Administration und Messdatenaufbereitung in das Betriebsmodell, die Systeme und die Prozesse zu integrieren, so dass mit dem operativen Rollout gestartet werden kann. Parallel werden Mehrwertdienste – insbesondere das Submetering – weiterentwickelt.

Für den Feldtest wurden geeignete Messlokationen ausgewählt, die als Feldtestanlagen fungieren. Auch der Bedarf an Smart Meter Gateways, Basiszählern und Zubehör für das Jahr 2020 wurde bereits festgelegt und der Beschaffungsprozess angestoßen.

In den Projekt-Workshops Anfang Februar erarbeiten die Teilnehmer der Anwendergemeinschaft weitere Prozessschritte wie zum Beispiel die Mengen- und Auftragsplanung oder den Beschaffungsprozess. Dazu erhält jeder Stadtwerke-Partner ein von VOLTARIS entwickeltes Projekthandbuch mit ausführlichen Templates zur Projektdokumentation.

VOLTARIS führt neue SAP-Cloudlösung ein

Seit dem 1. Dezember 2019 sind die Messstellenbetreiber verantwortlich für die Erhebung, Verarbeitung und sternförmige Verteilung der Messdaten zwischen externen Marktteilnehmern, Netzbetreibern und Lieferanten. Um die dafür erforderlichen Prozesse standardisiert umzusetzen, hat VOLTARIS gemeinsam mit den Mutterhäusern VSE AG und Pfalzwerke Netz AG die SAP „Market Communication Cloud for Utilities“ eingeführt. Die neuen Prozesse, beispielsweise Formatänderungen und Zertifikatsüberprüfungen, lassen sich zentral in der Cloud abwickeln. VOLTARIS garantiert damit die gesetzeskonforme Umsetzung der Marktkommunikation 2020 (MaKo 2020) und übernimmt als Messstellenbetreiber die sternförmige Kommunikation der Messdaten über das Backend-System.

Die Anpassungen der MaKo 2020 an die Vorgaben des Messstellenbetriebsgesetzes stellt die Energieversorger vor große Herausforderungen. Die Prozesse, die den elektronischen Datenaustausch zwischen Energielieferanten, Netzbetreibern und Messstellenbetreibern regeln, mussten bis zum 1. Dezember umgesetzt werden. Für die Messstellenbetreiber ergeben sich erhebliche Prozessänderungen, denn sie sind ab sofort zuständig für die Erhebung der Messwerte und deren Aufbereitung – und nicht wie bisher die Netzbetreiber. Die Verantwortung für die Messwert-Verteilung liegt nun ebenfalls beim Messstellenbetreiber – und zwar zunächst über dessen Backend-System, bis die sternförmige Messwertkommunikation direkt aus dem Smart Meter Gateway möglich ist.

Neue Prozesse im intelligenten Messstellenbetrieb

Um die neuen Prozesse sicher und effizient umzusetzen, hat VOLTARIS, gemeinsam mit der VSE AG und der Pfalzwerke Netz AG, Anfang des Jahres mit der Implementierung von „SAP S/4HANA for Utilities“ begonnen und die Umstellung zum 1. Dezember abgeschlossen. Der elektronische Datenaustausch erfolgt in der angebundenen Cloudlösung für die Marktkommunikation.

Mit der Umstellung werden sowohl neue neue Funktionalitäten implementiert als auch neue Prozesse korrekt und performant abgebildet. Durch den hohen Grad an Standardisierung und Automatisierung bleibt den Marktakteuren mehr Zeit für die vertrieblichen Themen wie die Entwicklung Mehrwertdiensten mit dem intelligenten Messsystem.Zu den Prozessen, die im intelligenten Messstellenbetrieb umgesetzt werden müssen, gehören neben der Messwertverarbeitung und der Stammdatenänderung (Lieferbeginn, Lieferende, Lieferantenwechsel) auch die Abrechnung der gesetzlich vorgeschriebenen Preisobergrenze sowie der Gerätewechsel und die Geräteverwaltung.